Andrej Tarkowski: Stalker (OmeU)

Andrej Tarkowski: Stalker (OmeU)
Montag | 12. März 2018 | 22:00 Uhr


Andrej Tarkowski – Alle Filme – noch in Februar
Stalker mit Englischen Untertiteln
Stalker SU 1979, R: Andrej Tarkowski mit Alexander Kaidanowski, Nikolai Grinko, Anatoli Solonizyn, 167 Min, OmeU

Die verbotene „Zone“, ein von der Natur zurückerobertes, überwuchertes und menschenleeres Gebiet, soll ein magisches Zentrum besitzen, in dem der geheimste aller Wünsche in Erfüllung geht.

Nur Gerüchte existieren über die von der Polizei abgesperrte Zone: Sie sei möglicherweise durch einen Meteoriteneinschlag entstanden. Drei Männer machen sich auf den Weg: Ein zynischer Schriftsteller, den Langeweile und Abenteuerlust antreiben; ein pessimistischer Physiker, der dem Geheimnis der Zone auf die Spur kommen und sie zugleich unberührbar machen will, und der Stalker, der den Weg als Berufener und Führender schon mehrfach gemacht hat.

Doch dafür ist der Stalker in der Vergangenheit mit Gefängnis bestraft worden. Zusammen mit seiner Frau und der behinderten Tochter lebt er in einer verfallenen, grauen Industrielandschaft. Die Kleine, die von ihren Eltern liebevoll Äffchen genannt wird, gilt allgemein als Mutant, als Opfer der Zone.

Für den Stalker hingegen bedeutet die Zone Glück, Freiheit und Würde. Sein uneigennütziges Ziel ist es, die Hoffnungslosen und Unglücklichen dorthin zu führen. Er selbst betritt das magische Zimmer jedoch nie. Auf dem gefahrvollen Weg offenbaren die drei Männer ihre geheimsten Gedanken und Wünsche. Am Raum der Wahrheit angelangt, zeigt jeder seinen ganz besonderen Charakter.

Eine philosophische Parabel und ein filmisches Meisterwerk, das wie ein Blick von einem fernen Planeten auf die Erde erscheint und über die Unantastbarkeit menschlicher Würde, die Integrität jedes einzelnen Individuums und die Unbeherrschbarkeit der Natur reflektiert.

Dabei webt Tarkowski auch christliche Elemente und Symbole ein wie Zitate aus der Offenbarung des Johannes, aus dem Evangelium „Jesus erscheint dem Petrus und den zwei Jüngern, welche nach Emmaus gehen“ oder auch das Bildnis des thronenden Johannes dem Täufer aus dem Genter Altar von Jan van Eyck. Für den Regisseur war „Stalker“ der letzte Film, den er in der Sowjetunion realisieren konnte, obwohl er mit internationalen Preisen dafür ausgezeichnet wurde.